Wie alles begann
Wie alles begann,.......... Vereinsgeschichte
Ehemaliger Frohsinn 03 im Jahre 1953
Nieder-Modau, im schönen Modautal gelegen, heißt euch, ihr deutschen Sänger und Sängerinnen, herzlich willkommen!
Zuerst möchten wir Ihnen die Vergangenheit Modaus vorstellen. Die nachfolgenden kurzen Ausführungen stützen sich im wesentlichen auf das Hessische Flurnamenbuch, Heft 27. Die Namen der Gemarkungen Ober- und Nieder-Modau im Odenwald, gesammelt von Hans v. d. Au.
Der Name Nieder-Modau
Nieder-Modau wird zum ersten Mal 804 im Lorscher Gesetzbuch urkundlich mit „Mutdaha" erwähnt (ahd. motto, mhd. mot bedeutet soviel wie Schlamm, Sumpf). Später tauchen auch die Bezeichnungen Moda, Muda, Maudave und Modach auf. Aus ihnen lassen sich die Begriffe Sumpf und Wasser herauslesen. Nieder-Modau ist also eine Siedlung am Bach des gleichen Namens, mit ehemals mehr oder weniger sumpfigen Uferwiesen, was zum Teil heute noch zutrifft.
Das Wappen
Das Wappen Nieder-Modaus ist dem Gerichtssiegel entnommen, das aus den Schadenverzeichnissen des Mansfelder Einfalls 1622 erhalten blieb. Auf Anregung von Hermann v. d. Au (1918 bis 1931 Pfarrer in Nieder-Modau) wurde es dank den Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Daniel Perron der Gemeinde verliehen. Unter einem Gemarkungszeichen befindet sich ein Eichenzweig mit drei Eicheln. (Die in der Gemeinde verbreiteten Reproduktionen entsprechen übrigens leider nicht dem Entwurf der verstorbenen Kunstmalerin Amalie Schädel, Darmstadt.) Die naheliegende Deutung auf einen einstigen Reichtum an Eichen im Waldbestand dürfte nicht zutreffen. Die neuesten Forschungsergebnisse des verdienstvollen Heimatforschers Hans v. d. Au weisen nach einer anderen Richtung. Danach besteht ein Zusammenhang mit Dreieichenhain. Bekanntlich lag Nieder-Modau im Mittelalter an der Wildbanngrenze des Reichsforstes Dreieich. Er stand dem König zu Nutzungszwecken zur Verfügung: für Jagd, Fischerei, Holzhieb, oder auch zur Ansiedlung von Kolonisten. Der Wildbann Dreieich umfasste ursprünglich das große Waldgebiet, links vom unteren Main. Die südliche Grenze ist unklar. Man nahm seither an, dass sie über den Breiten Stein verlief und dass Nieder-Modau wahrscheinlich zum Wildbann Odenwald gehörte. Nun scheint sich herausgestellt zu haben, dass ein Abhängigkeitsverhältnis zum Dreieicher Wildbann bestand. Die drei Eicheln im Wappen finden so eine sinnvollere und einleuchtendere Erklärung. (Näheres ist in einer demnächst erscheinenden Schrift von Hans v.d. Au zu lesen.)
Das alte Nieder-Modau
Bis heute können uns keine Bodenfunde über vorgeschichtliche Jäger und Sammler berichten, die möglicherweise unser Tal durchstreift haben. Auch für die Römerzeit liegen keinerlei Belege vor, obwohl westlich und östlich der Modauer Gemarkung die beiden Hohen Straßen verlaufen. Vermutungen im Zusammenhang mit dem Flurnamen „Im römischen Grund" zeitigten keine Ergebnisse. Es wurde weder bei Feldarbeiten noch bei gelegentlichen Ausgrabungen etwas gefunden. Nach der Erstürmung des römischen Pfahlgrabens durch die Alemannen im 3. Jahrhundert nach Chr. nimmt dieser germanische Volksstamm Starkenburg in Besitz. Auch für diese alemannische Zeit liegen keine Anhaltspunkte für eine Besiedlung unseres Gebietes vor. Schon nach 500 beginnt in Starkenburg die fränkische Herrschaft. (Schlacht bei Zülpich 496.) Überall entstanden fränkische Dorfsiedlungen mit ihren Königshöfen, zuerst in der Ebene, und dann nach und nach auch im Odenwald. In diese fränkische Zeit, man kann die erste Hälfte des 8. Jahrhunderts annehmen, dürfte die Gründung unseres Dorfes fallen. Mit der fränkisch - karolingischen Zeit beginnt eine allmähliche und tiefgehende Veränderung des Landschaftsbildes.
Die freien Bauern konnten ihren Landbesitz durch Roden von Wald vergrößern. Die Genehmigung dazu erteilte ihnen der königliche Meier, der auf dem Königshof saß; denn nach fränkischem Recht war alles unbebaute Land einschließlich des Waldes Eigentum des Königs. Der Beauftragte des Königs nahm die Verteilung und Übereignung des von den Bauern gemeinsam gerodeten Neulandes vor. Um das Jahr 1400 war der Rodungsvorgang abgeschlossen. Schon zu dieser Zeit war im großen und ganzen der Kulturboden gewonnen, der heute noch von unseren Bauern bewirtschaftet wird. 1440 hatte der Meier auf dem Königshof zu Nieder-Modau 35 Hübner zu beaufsichtigen. Die Namen von einzelnen Huben haben sich bis zum Ausgang des Mittelalters erhalten. Die besonderen rechtlichen Verhältnisse in der fränkischen Zeit führten zu einem Großgrundbesitz der Herrenhöfe. Der Königshof, das ursprüngliche Reichsgut, gelangte in den Besitz der Familie Kalb. Der erste bekannte Namensträger nennt sich 1189 Conradus Vitulus, der zweite Ritter Kalp, der 1292 in einer Frankenstein‘schen Urkunde erwähnt wird. Die Kalbe waren ein reichsadeliges Geschlecht. Im Laufe der Zeit waren sie katzenelnbogische, hessische und kurpfälzische Vasallen. Fast in allen Orten des Amtes Lichtenberg hatten sie Höfe, Gefälle, Zinsen. Nieder-Modau war vermutlich ihr Stammsitz. Der Flurname „Die Kalbsäcker" erinnert heute noch an die einstigen Besitzer, die 1565 ausstarben.
Aus der Chronik der Sängervereinigung Frohsinn03 Modau
Es war eine kleine, sangesfrohe Schar, die sich im Jahre 1903 zusammenfand und den Arbeitergesangverein ,,Frohsinn" mit dem Ziel gründete, den Männergesang zu pflegen und das gesellige Leben zu fördern. Die Gründungsversammlung fand in der damaligen Wirtschaft von Georg Ludwig I. statt. Zum Vorsitzenden wurde Peter Schott gewählt. Der neugebildete Chor zählte im 1. Tenor 4, im 2. Tenor 4, im 1. Bass 3 und im 2. Bass 4 Sänger, zusammen also 15 Sänger. Dazu kam eine größere Anzahl passiver Mitglieder. Der erste Dirigent des Vereins war der Musiker Rau aus Ober-Ramstadt. Zu den größten Schwierigkeiten während der ersten Jahre des Bestehens gehörte die Sorge um einen geeigneten Übungsraum. Wegen verschiedener Differenzen mit dem Vereinswirt musste das erste Vereinslokal aufgegeben werden. Es war schwer, einen anderen passenden Raum zu finden. Die Singstunden konnten schließlich in dem Privathaus von Jakob Schott I. fortgesetzt werden. Die Mitglieder des jungen Vereins müssen wirklich viel Frohsinn und Idealismus besessen haben. Man muss sich nur einmal eine Singstunde in einem verhältnismäßig kleinen, niedrigen, bewohnten Zimmer vorstellen, um ermessen zu können, welche Unannehmlichkeiten für beide Teile bestanden. Von den akustischen Unzulänglichkeiten ganz abgesehen, mag die Hausfrau die Sänger bald zum Teufel gewünscht haben. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der Verein bald abermals „umziehen" musste. In den folgenden Jahren wurde in den Privathäusern von Philipp Funk und Katharine May (,,Essigkathrine") gesungen. 1910 trat in der Lokalfrage endlich eine Wendung zum Besseren ein. In dem Anbau des Anwesens voll Heinrich Häußer erhielt der Verein einen zweckentsprechenden Übungsraum, in dem er heute noch singt. Es ist die jetzige Gastwirtschaft „Zum Odenwald", Inhaber Georg Marquardt, das Stammlokal der Sängervereinigung.
Inzwischen war ein Ereignis vorübergegangen, das für den Mut und den unbeugsamen Lebenswillen des jungen Vereins spricht. Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz wurde schon 4 Jahre nach der Gründung die Fahnenweihe gefeiert. Die Opferwilligkeit der Mitglieder und eine allgemeine Haussammlung ermöglichten die Anschaffung einer Vereinsfahne. Am 1. Sonntag im Juli des Jahres 1907 wurde die Fahne feierlich eingeweiht. Dirigent war zu dieser Zeit der Musiker Georg Bergner, Ober-Ramstadt. Über 40 Bundesvereine des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes, dem sich der Verein schon bald nach seiner Gründung angeschlossen hatte, beteiligten sich an dem Fest.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges ließ den Gesang verstummen. Die meisten Sänger mussten ins Feld ziehen. Von ihnen sahen die Sänger
Adam Krauß, Peter Hinkel, Georg Funk, Philipp Fischer,
Karl Hinkel, Georg Becker und Adam Schuchmann
die Heimat nicht wieder. An sie erinnert ein Gedenkblatt im Vereinszimmer.
Nach dem Kriege konnten die Singstunden erst im Jahre 1922 wieder aufgenommen werden. Der Vorsitzende Peter Schott musste noch im gleichen Jahre aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz niederlegen. Neuer Vorsitzender wurde Heinrich Schuchmann. Den Chor leitete der Musiker Philipp Sauerwein, Roßdorf. In dieser Zeit wurden Liedertage in Darmstadt, Groß-Bieberau, Ober-Ramstadt, Ober-Beerbach, Zeilhard und Spachbrücken besucht. 1927 wählten die Mitglieder Georg Schweizer zum Vorsitzenden. Er hatte mit dem Vorstand die Vorbereitungen zum 25 jährigen Stiftungsfest zu treffen, das am 1. Sonntag im Juli des Jahres 1928 gefeiert wurde. Unter der Beteiligung zahlreicher Vereine nahm es einen harmonischen Verlauf.
Ein Dirigentenwechsel trat 1932 ein. Lehrer Karl Nothnagel übernahm zu Beginn dieses Jahres den Chor. Am 4. Dezember 1932 konnte der Verein seinen ersten eigenen Liederabend veranstalten. Es wurden 12 Chöre gesungen, in der Mehrzahl Volksliedsätze von Fr. Silcher. Die Brüder Philipp und Georg Fischer bereicherten das Programm mit Liedern von Mendelssohn und Mozart.
Im Jahre 1933 wurde der Arbeitergesangverein ,,Frohsinn" zwangsweise aufgelöst, sein ganzes Vermögen einschließlich der Fahne beschlagnahmt und eingezogen.
Schon ein Jahr nach dem furchtbaren zweiten Weltkriege regten sich die alten Sänger wieder. Es war der allgemeine Wunsch, den Gesangverein wieder aufleben zu lassen. Die Neugründung wurde am 8. Juni 1946 vollzogen. Man eignete sich auf den Namen ,,Gesang- und Sportverein". Zum ersten Vorsitzenden wählten die Anwesenden Bürgermeister Joseph Nickolaus, der die strikte politische Neutralität des Vereins betonte. Für jeden Sanges- und auch für jeden Sportfreund waren damit die Tore geöffnet. Neben der Pflege des Chorgesanges sollte die im Verein zahlreich vertretene Jugend durch den Bau eines Sportplatzes Gelegenheit zu Sport und Spiel erhalten. Den 25 Sänger zählenden Männerchor übernahm wieder Lehrer Nothnagel.
Die in Selbsthilfe geplante Sportplatzanlage ließ sich nicht verwirklichen. Man überließ dem 1951 neugegründeten Turn- und Sportverein Nieder-Modau das sportliche Gebiet ganz. Die Sängervereinigung ,,Frohsinn 03", wie sich der Verein seit 1952 nun nennt, widmet sich nur noch dem Gesang. Neben dem Männerchor besteht seit 1949 auch ein Gemischter Chor.
Die nachfolgende Zusammenstellung mag einen Überblick über die seit 1946 geleistete Arbeit geben.
Der Verein nahm an folgenden Veranstaltungen des Allgemeinen Deutschen Sängerbundes teil:
5. Okt. 1947 Wertungssingen in Eberstadt
14. Nov. 1948 Liedertag in Jugenheim
3. April 1949 Wertungssingen in Eberstadt
30. April 1950 Gruppensingen in Ober-Ramstadt
Eigene Liederabende (reine Chorkonzerte) veranstaltete der Verein am 24. April 1949 und am 3. Dezember 1950. Der zuletzt genannte Liederabend ist dadurch bemerkenswert, dass zum ersten Mal der Gemischte Chor an die Öffentlichkeit trat und auch der Schülerchor der Volksschule mitwirkte.
1958 erkrankte der Dirigent, Karl Nothnagel, so schwer, dass er dem Verein nicht mehr zur Verfügung stehen konnte.Es trat eine Zwangspause von einem viertel Jahr ein, bevor es dem Vorstand gelang Herrn Klaus Sochatzky als neuen Chorleiter zu verpflichten. Die erste SIngstunde unter seiner Leitung fand am 07.11. 1958 statt. Durch diese Zwangspause machte sich dann im nachhinein, im gesamten Chor einer mangelnder Singstundenbesuch bemerkbar. Eine Besserung trat erst ein, ein Jahr vor dem 60jährigen Jubiläum des Vereins, im Jahre 1963.
Am 11.01.1964 stellte der langjährige Erste Vorsitzende Joseph Nikolaus sein Amt, wegen Arbeitsüberlastung, zur Verfügung. Auf Grund seiner Verdienste um den Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Rudi Engelhardt, und Hans Schulz wurde zu Zweiten Vorsitzenden gewählt. Wieder trat eine Vereinsmüdigkeit auf, deren man nicht Herr werden konnte. Vor allem dem Tenor fehlte der Nachwuchs. So wurde es notwendig das Hauptgewicht immer mehr auf den Gemischten Chor zu verlagern. Den Männerchor aufrechtzuerhalten war unmöglich. So wurde am 13.01.1968, in der Jahreshauptversammlung, mit 28:6 Stimmen beschlossen den Singbetrieb des Männerchores einzustellen. Im Jahre 1969 wurde noch einmal versucht den Männerchor wieder aufleben zu lassen, aber ohne Erfolg. Dadurch konnten alle Anstrengungen auf den Gemischten Chor konzentriert werden, was eine Leistungssteigerung zur Folge hatte. Durchbruch zum Besseren gelang aber erst, als man sich entschloß die Fastnachtsitzungen in größerem Rahmen zu gestalten. Jezt plötzlich stellte sich die Jugend verstärkt ein. War es noch ab 1962 in verstärktem Maße notwendig die Jugend zu umwerben, so wendete sich das Blatt, als der Verein im Jahre 1969 die seit 1964 im Vereinslokal Marquardt, mit Unterbrechungen, durchgeführten Fastnachtsitzungen in den Saal des Gasthauses "Modautal" ( besser bekannt unter: Schnook ) verlegte, grundlegend.
Nach 12 Jahren als 2. und weitere 6 Jahre als 1.Vorsitzender stellte Rudi Engelhardt am 10.01.1970 sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger wurde August Schüttler, mit überwältigender Mehrheit, gewählt. Zum 2. Vorsitzenden wählte die Versammlulng Georg Schott, der leider, allzufrüh, im September 1971 verstarb. Nach einer sehr langen Pause von 12 Jahren fand am 21.11. 1970 wieder eine Veranstaltung überhaupt, nämlich ein Liederabend statt. Hierbei sangen 18 Chöre und der Handharmonika-Spielring aus Ober-Ramstadt unterstützte den Verein. Der Erlös von 2745,50 Dm wurde den Gemeinden Ober-und Nieder-Modau zur Gestaltung der Friedhofshalle gespendet. Zum Ende des Jahres 1970 stelle der Chorleiter Klaus Sochatzky, aus beruflichen Gründen, seine Tätigkeit ein. Ihm folgte Heinrich Schwerer aus Ernsthofen. Er hatte kein leichtes Amt übernommen. Da der Chor an einem Groß-Chorkonzert des Sängerkreises Darmstadt teilnehmen wollte, war Herr Schwerer gezwungen den Chor in Kürzester Zeit darauf vorzubereiten, und mußte dem Chor äußerste Konzentration und Disziplin abverlangen. Dies führte mehr und mehr zu einer Unlust am Probe-Betrieb und führte zu einer ernsten Krise des Vereins. Das führte dazu, daß man sich 1972, in beiderseitigem EInvernehmen, trennte.
Am 03.03. 1972 wurde Wilhelm Endres aus Dieburg neuer Dirigent des Frohsinn 03. Mit ihm gelang es in kürzester Zeit den Chor nicht nur zahlenmäßig zu stabilisieren, sondern darüber hinaus auch leistungsmäßig vorwärts zu bringen. Die Chorstärke stieg von 40 auf 56 Mitglieder an.
Wilhelm Endres, genannt Wilhelm............ die Historie wird weiter bearbeitet. G.Jung
